Erfahrungen & Bewertungen zu Timo Leukefeld

Antriebsenergie und Arbeitszahl

28.01.2010 Es gibt nur zwei Arten von Gebäudeheizungen, die erneuerbare Umweltenergie verwenden ohne etwas zu verbrennen: Sonnenwärme und Erdwärme. Beide brauchen dazu eine Anriebsenergie.

Sonne und Erde geben für das Heizen nutzbare Wärme ab. Beide Verfahren, die Solarthermie und die Geothermie benötigen dazu Elektrizität. Wenn sie mal ausfällt, wird heute fast jedes Haus - auch ein Sonnenhaus - kalt. Alle Heizungsarten brauchen Strom, zum Beispiel für die Pumpen. Ganz ohne Stromversorger zu heizen, ist ein Bild für die - nicht mehr ferne - Zukunft (daran arbeiten wir).

p>Wir haben uns im Zuge einer wissenschaftlichen Untersuchung mit den Betriebskosten von Sonnenheizungen genauer befasst. Das betrifft die Hilfsenergie für Solarpumpen, Regler und Stellventile. Wir nennen sie die Antriebsenergie. Die Umwälzpumpe ist dabei der größte Stromverbraucher. Durch den Einsatz von Energieeffizienzpumpen, die nur noch einen Bruchteil des gewohnten Stromverbrauches aufweisen, ist der Energieverbrauch drastisch gesunken. So genügen für ein 30 Quadratmeter großes Solardach der Nutzklasse MX nur etwa 25 Watt, um die Wärme vom Kollektor in den Speicher zu transportieren, früher waren es mehr als 80 Watt. Einschließlich der Abschreibung für den Mehrpreis der etwas teureren Umwälzpumpen kostet der Stromverbrauch einer Sonnenheizung den Bauherren nur 10 bis 20 € im Jahr.

Was ist daran so besonders? Die Antriebsenergie kennzeichnet das Verhältnis von verbrauchter elektrischer Energie zu erzeugter nutzbarer Wärmemenge: Wieviel Strom muss ich einsetzen um wieviel Wärme zu erhalten? Eine optimale Sonnenheizung der Nutzklasse MX erzeugt je nach Größe, Standort und technischer Ausstattung aus einer Kilowattstunde Strom zwischen 100 und 150 Kilowattstunden Wärme. Um das gleiche Ergebnis aus einer Wärmepumpe zu beziehen, müsste diese über das Jahr eine Arbeitszahl von 1:100 bis 1:150 erbringen. Bei Wärmepumpen nennt man die Antriebsenergie (das Verhältnis Strom : Wärme) die Jahresarbeitszahl. Tatsächlich erzeugen - gut geplante - Wärmepumpen aus einer Kilowattstunde Strom 3 bis 4 Kilowattstunden Wärme, also im Verhältnis 1:3 bis 1:4.

Vergleicht man ein per Wärmepumpe beheiztes neues Einfamilienhaus nach EnEV 2009 mit einem gleich großen nach dem Sonnenhausprinzip (das nahezu 100 Prozent solar beheizt ist), dann liegen die Betriebskosten des solar beheizten Hauses um den Faktor 25 bis 35 niedriger. Dass der Unterschied so drastisch ausfällt, hat auch uns überrascht. Schon die Tatsache, dass die Wärmepumpe nicht gratis heizt, kann man nicht immer als bekannt voraussetzen. Der Redlichkeit halber muss man hier einräumen, dass das Solarheizpaket des Sonnenhauses teurer als eine gute Wärmepumpenanlage ist. Dafür erhält der Bauherr eine 25 bis 35 mal höhere Gewissheit über seine Heizkosten als es für die Wärmepumpe behauptet werden kann, denn was im Kleingedruckten der Stromtarifverträge geschrieben steht (oder dort nicht steht), macht sich anschließend bei der Amortisation der Anlage bemerkbar: Es wäre naiv zu glauben, dass günstige Stromtarife von der allgemeinen Energiekostenverteuerung abgekoppelt blieben. Die günstigen Einstiegstarife werden bereits hunterfragt. Wir behalten die Sache im Auge.

An unserem nächsten Forschungsschwerpunkt bei den Sonnenhäusern arbeiten wir bereits: Die Hausbewohner werden sich eines Tages in einem erschwinglichen Eigenheim mit Sonnenheizung und Solarzelle und Akku ganz vom Stromversorger abkoppeln und die vollständige Unabhängigkeit erreichen. Sonnenfleckleser erfahren davon als erste.

Kommentare

Timo Leukefeld
12. Mai 2010

In einen Pufferspeicher kommt kein frischer Sauerstoff hinein, es ist Pufferwasser und kein Trinkwasser drin. Wenn ein solcher Speicher nach Jahrzehnten eine Reparatur benötigte, würde er im Haus repariert. So wie man nach Jahrzehnten auch einmal das Dach neu decken muß oder den Putz erneuern o.ä. Solche Speicher werden in der Schweiz schon seit 30 Jahren erfolgreich eingesetzt.

Viele Grüße von Timo leukefeld

Stefen
04. Mai 2010

Aber ist nicht die Lebensdauer des großen Pufferspeicher gerade eine Achillesferse des Systems? Ein Haus sollte wohl länger halten als ein Heizkörper - nur das sich dieser im Gegensatz zu einem z.B. 30 m2-Speicher (Energetikhaus100) einfach erneuerne läßt. Die Speicher in dieser Größenordnung sind schließlich elementare Hausbestandteile...

Timo Leukefeld
21. Februar 2010

Der Pufferspeicher beinhaltet kein Trinkwasser, sondern Pufferwasser. Das selbe Wasser, wie im Heizkörper. Es kommt also kein frischer Sauerstoff in dieses Wasser. Deshalb kann man von der gleichen Lebensdauer ausgehen, wie bei Heizkörpern. Sogar noch länger, da der Stahl dicker ist. Da kein Trinkwasser im Speicher ist, braucht man weder eine Opferanode noch Edelstahl.

Das Warmwasser wird in der Regel über eine externe Frischwasserstation erwärmt.

Jörg H.
19. Februar 2010

Wie schon geschrieben, halte ich eine mech. Lüftungsanlage sinnvoll weniger im Hinblick auf die Geld- oder Energieeinsparung als für den Komfortgewinn und die Lebensqualität.
Denn die empfohlene regelmäßige Stoßlüftung (möglichst als kurzzeitige Querlüftung) wird in der Praxis nur selten realisiert, bei Abwesenheit gar nicht.
Die Wartung meiner mech. Lüftung (System "Paul Wärmerückgewinnung") beschränkt sich auf Filterkontrolle /-tausch nach Aufforderung am Steuergerät und das Durchspülen des Wärmetauschers beim Wechsel auf die "Sommerbox" Mit dieser wird in Kombination mit dem Erdwärmetauscher im Sommer eine Kühllüftung realisiert - ebenfalls ein Komfortgewinn.

Nach über 10 Jahren Erfahrung mit einer WPA mit Flächenkollektor zur monovalenten Beheizung meines EFH kann ich als Wartungsaufwand lediglich vom Austausch der originalen Grundig-Umwälzpumpen gegen energiesparende Laing-Pumpen und verbundenen Nebenarbeiten (Säubern, Entlüften, Druckabgleich) berichten.

Das "Problem", dass Sonnenenergiegewinnung und Heizwärmebedarf jahreszeitlich auseinander liegen, haben sowohl thermische, als auch PV-Anlagen.
Allerdings ist es der Umwelt egal, wann die PV-Anlage einspeist und damit Kohle- bzw. Atomstrom spart.
Einige regenerative Energieanbieter (z.B. Naturstrom AG) bieten WPA-Tarif auf Nachfrage an. Bei weiterem Abschmelzen der Preisdifferenz kann es allerdings bald preiswerter sein, auf den zweiten Zähler (Gebühr) zu verzichten und die WPA mit Haushaltstrom zu betreiben.
Überschüsse bei thermischen Solaranlagen können im Sommer (bei vollem Pufferspeicher) nicht genutzt werden bzw. müssen nachts sogar "rückgekühlt" werden.
Interessant fand ich dabei einen "Einfach Genial"-Ansatz, aus Überschusswärme Strom zu erzeugen, über ein thermoelektrisches Modul. Damit würde Überschuss-Wärme nutzbar. Leider ist der Beitrag nicht mehr verlinkbar.

Beide System (MX-Solar bzw. WPA) haben ihre Vor- und Nachteile. Da beide Ansätze kostenlose Sonnenenergie nutzen und die Umwelt schonen, muss jeder Bauherr /Modernisierer selbst entscheiden. Das Energetikhaus100 in Berthelsdorf mit seiner MX-Anlage und dem riesigen Pufferspeicher ist auf jeden Fall ein sehr sinnvolles Vorzeigeobjekt zur Nutzung der Sonnenenergie, ein guter und erfolgversprechender Weg.
Leider fand ich keine Angaben zur Lebensdauer /Korrosionsschutz des Pufferspeichers. (Opferanaoden?, Edelstahl?)

Was die Lebensqualität und den Wohnkomfort angeht, dürfte ein regernativ beheiztes, sinnvoll gedämmtes Haus jedenfalls dem oft propagierten "Passivhaus" deutlich überlegen sein.

Timo Leukefeld
06. Februar 2010

Das erste Haus dieser Art in Berthelsdorf hat eine reale Wohnfläche von 135 m².

Uwe Hofmann
05. Februar 2010

Mit den 115 Tagen Betriebsdauer unserer Wärmepumpenanlage bisher, ist natürlich das "statistische Zahlenmaterial" noch etwas dünn, spätestens im Herbst diesen Jahres sollte sich ein belastbarer Durchschnitt herausbilden. In den 45-50€ pro Monat (je nach Temperatur der letzten Woche) ist auch die Grundgebühr enthalten (momentan 3,65€ im Monat). Eingerechnet ist wegen der Ablesbarkeit des eigenen Zählers der subventionierte Stromverbrauch. Vermutlich kommen beispielsweise die Zirkulationspumpen zu den Kollektoren auf dem Dach noch dazu.
Im Energetikhaus100 ist das Dach natürlich optimiert und es ist nachvollziehbar, dass da kein Schnee liegen bleibt. Es gibt aber auch eine Menge großer Solarthermieanlagen, die auf "normal" geneigten Dächern 35-45% positioniert sind und dann wohl den gleichen Effekt zeigen, wie unsere Minianlage. Photovoltaik für einen Elektroheizstab erscheint mir aber auch als wenig zweckgeeignet.
Wieviel m² bleiben denn im Energetikhaus100 bei der Größe des Solarspeichers übrig?

Timo Leukefeld
05. Februar 2010

Ihr Kommentar ist zu umfangreich und komplex, als das ich darauf umfassend antworten könnte. Ich beziehe mich deswegen nur auf einige Beispiele. Viele der genannten Fakten und Gedankenexperimente sind leider praktisch nicht umsetzbar oder unwirtschaftlich.

Zum Thema maschinelles Lüften: manuelle Lüftung verursacht Wärmeverluste, die liegen bei einem Neubau EFH bei maximal 700 kWh pro Jahr. Für diese Energiemenge muss die Solaranlage in den sogenannten Sonnenhäusern (60% Sonne und 40 % Holz) kurz etwas husten und dann ist Sie da. Dafür kann die gesamte Installation der aufwendigen maschinellen Lüftung, die jährliche Wartung, der Filterwechsel entfallen und außerdem wird der Stromverbrauch der Lüftung gespart.

Dass Wärmepumpenanlagen jahrzehnte wartungsfrei sind, mag ich bezweifeln, das höre ich zum ersten mal.

Mit einer PV-Anlage (Photovoltaik) einen Elektroheizstab zu betreiben, ist extrem unwirtschaftlich. Wenn Sie die Wirkungsgrade von Modulen, Leitungen und Elektroheizstab multiplizieren, kommt von der eingestrahlten Sonnenenergie am Dach nur etwa 10 % als Wärme im Speicher an. Wenn Sie dasselbe mit Sonnenkollektoren direkt machen, haben Sie je nach Außentemperatur etc. zwischen 40 und 60 % der Sonne als Wärme im Speicher. Energetisch ist Strom eben für Licht und Kraft sinnvolelr eingesetzt als für direkte Wärmeerzeugung.

Leider kann man eben nicht, wie von Ihnen behauptet, mit einer Sonnenstromanlage auf dem Dach und den jährlichen eingespeisten 5000 kWh sich selber mit einer Wärmepumpe versorgen! Der größte Teil vom Solarstrom wird im Sommer erzeugt, die Wärmepumpe braucht Ihren Strom hauptsächlich im Winter. Erzeugung und Bedarf passen überhaupt nicht zusammen. In dem Haus wird im Winter die Wärmepumpe hauptsächlich mit Atom- und Kohlestrom betrieben. Es sei denn, Sie sind bei einem Naturstromanbieter; der bietet aber keinen Sondertarif für WP an. Dann sind die Heizkosten hoch. Was Sie anführen, ist eine Papierbilanz, auf dem Papier gleicht es sich aus, in der Realität liegt es fern auseinander (Milchmädchenrechnung).

Das sind nur einmal ein paar Punkte in Ihren Gedankenspielen, die ich so nicht unkommentiert lassen wollte.

Jörg H.
02. Februar 2010

Bei allem Verständnis für die Betonung der Vorteile der thermischen Solaranlagen durch den Verfasser erscheint mir der o.g. Beitrag doch ein wenig zu vereinfacht - bzw. als "Milchmädchenrechnung"!

Um mit einer MX-Anlageim "Sonnenhaus" die angestrebten 80+x% solaren Deckungsgrad zu erreichen, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen: große (>60m²), steile (opt. 68°), möglichst zusammenhängende (kaum Fenster, keine Gauben /Erker) Dachfläche, sowie ausreichend Platz für einen sehr großen (mehrere m³) Pufferspeicher. Diese Voraussetzungen sind allenfalls im Neubau, aber nicht bei bestehenden Gebäuden erfüllbar, so dass bei Bestandsgebäuden (40m², 38-45m°, enge Keller) auch mit einer MX-Anlage nur deutliche geringere solare Deckungsgrade (

Wenn wir also Anlagenkonzepte anschauen, sollten wir die fachmännisch und kompetent konzipierte MX-Solaranlage auch fairerweise mit einer ebenso fachmännisch und kompetent geplanten Wärmepumpenanlage (WPA) vergleichen. Damit erübrigt sich in unseren Breiten nicht nur eine Luft-WPA, sondern auch der "Elektroheizstab"! Denn schon vor >10Jahren wurde die monovalente Betriebsart (ohne zusätzlichen Wärmeerzeuger) als wirtschaftlichste Betriebsart herausgestellt, monoenergetisch (mit Zusatzheizstab) entspricht somit allenfalls der ST- Klasse bei den thermischen Solaranlagen!

Der Betriebskostenvergleich p.a. der MX-Solaranlage (wenige Dutzend €) gegenüber der monovalente WPA (400-600€) sieht im neu konzipiertem "Energiesparhaus" erst einmal die MX-Anlage deutlich im Vorteil - allerdings als Milchmädchenrechnung.
Denn während bei der WPA die Stromkosten die tatsächlichen Gesamtkosten sind, dürfen wir bei der MX-Anlage die 20-x% (im Bestandsgebäude 40+x%!) Wärmebedarf nicht vergessen, die durch einen zweiten Wärmeerzeuger bereitgestellt werden müssen. Regenerativ konsequent wird hier vom Verfasser des Ausgangsbeitrages ein Kaminofen oder eine Pelletheizung empfohlen. Dadurch sind allerdings nicht nur zusätzliche Anlagenkosten (und Platz!) nötig, sondern auch ein Schornstein, auf den bei einer WPA verzichtet werden kann! Der Schornstein bedingt regelmäßige Agasuntersuchungen und Reinigungen = laufende Kosten!
Auf evtl. gesetzlich vorgeschriebene Anlagenmodernisierungen durch strengere Abgasvorschriften (Kaminöfen!) gehe ich nicht weiter ein! Wenn dann noch die Kosten für Holz /Pellets berücksichtigt werden, dürfte der Kostenvorteil der MX+Zusatz-Hzg. (vor allem im Hausbestand mit weniger als 60% solarem Deckungsgrad trotz MX-Anlage) deutlich geringer ausfallen ...

Als Gedankenspiel kann ich mit den gesparten Anlagenkosten gegenüber der MX+Zusatz-Hzg. auf meinem freien Dach noch einige PV-Module installieren, die ohne Netzeinspeisung und Wechselrichter (ohne Zusatzkosten für Zähler, ohne Gewinnversteuerung usw.) einfach nur einen Elektroheizstab im Heizungspuffer erhitzen wenn die Sonne scheint. Die Kosten für eine solche völlig wartungsfreie und langlebige Anlage sind sehr überschaubar. Die Betriebskosten der WPA würden ebenso deutlich sinken wie die Abhängigkeit vom Strompreis ...

Sinnvoller erscheint natürlich die konsequente Nutzung mit einer PV-Anlage, welche bei ca. 40qm Fläche (5-6kWp) ca. 5000kWh Stromertrag p.a. ermöglicht. Sicher ist die Installation mit finanziellem, der Anlagenbetrieb mit bürokratischen /steuerlichem Aufwand verbunden.
Aber 5000kWh /p.a. decken nicht nur komplett den Bedarf der WPA für die Heizung an Strom + den gesamten Haushaltstrom (!!!), es dürfte in einem neu konzipiertem "Energiesparhaus" noch einiges an Überschuss übrigbleiben!
Den Solarertrag der MX-Anlage im Sommer kann ich zwar berechnen - nutzen kann ich Ihn meist nicht, denn irgendwann ist der große Pufferspeicher voll - der Überschuss "verpufft".

Über die Einfachheit der Technikkonzepte lasse ich mich nicht weiter aus, MX+Zusatz-Hzg. ist alles ander als trivial - hier ist wieder Kompetenz und fachmännische Erfahrung gefragt. Winddichtigkeit ist auch bei "MX-Sonnenhäusern" gesetzlich vorgeschrieben - manuelles Lüften im Winter fragwürdig, da hier der Großteil der Wärmeenergie entweicht - trotz toller Dämmung. Kompressoren der WPA arbeiten (wie im Kühlschrank) Jahrzehnte wartungsfrei, Lüftungsanlagen mir Wärmerückgewinnung erfordern zusätzlichen Aufwand, erhöhen aber deutlich den Wohnkomfort und kompensieren ihre Betriebskosten über die Energieeinsparungen - sind aber eigentlich hier nicht Diskussionsstoff.

Auch erscheint mir das "Gegeneneinander" der Konzepte durch den Verfasser, welche ja beide regenerative Energien nutzen, unangebracht.
Entscheident sollte doch immer noch sein, was hinten heraus kommt ...

Timo Leukefeld
01. Februar 2010

Dass beide Systeme erneuerbare Umweltenergie verwenden, haben wir ganz am Anfang des Artikels erwähnt. Die Vorteile einer Wärmepumpe mit Tiefenbohrung sind auch unbestritten. Es ist ein sehr ökonomisches Heizsystem.

Es geht bei den erwähnten Sonnenhäusern, neben dem geringen Stromverbrauch für die Heizung, auch um die Einfachheit der Technikkonzepte: Je komplexer, um so störanfälliger. Die meisten Sonnenhäuser sind ohne maschinelle Lüftung ausgestattet, da sie nicht mit Folien auf extreme Luftdichtigkeit konzipiert sind. Die Bewohner lüften manuell, die dadurch entweichende Energiemenge wird
größtenteils durch die Sonnenheizung kostenlos ersetzt. Hier ist kaum Wartung und Reparatur erforderlich, weil bewegte Teile (wie Kompressor oder Luftfilteranlagen) fehlen. Siehe Baukonzept, Sonnenhausinstitut. Eine Sonnenheizung im typischen Sonnenhaus mit etwa 60% solarer Deckung braucht in der Regel 1-2 rm Holz pro Jahr zur Nachheizung, und verursacht damit jährlich maximal Heizkosten von 80-100 € inkl. Strom für Solar und Kaminofen. In diesem Konzept werden nur zwei Systeme verbunden.

In Ihrem Haus (wenn ich Ihre Internetseite richtig verstehe), haben Sie eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung, einen Kaminofen, eine solare Duschwasseranlage und eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Das sind vier Systeme, die zusammen eine hohe Komplexität darstellen.

Ohne die Stromkosten für die maschinelle Lüftung, ohne die Stromkosten für die Solaranlage sind Sie bei 540 Euro (12 x 45 €) jährlichen Stromkosten (ist darin die Grundgebühr Wärmepumpentarif enthalten?). Das ist im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen in neuen Einfamilienhäusern sehr wenig. Die Frage bleibt, wie lange der Stromversorger den Sondertarif für Wärmepumpen gewährt. Fällt er weg, steigt die Stromrechnung. Diese Ungewissheit und diese Abhängigkeit bleiben.

Bei Ihrer Anmerkung zur Ernte der Solarfläche im Winter muss ich Ihnen allerdings widersprechen. Die kleine Solaranlage mit etwa 4 m²
Kollektorfläche auf dem normal geneigten Dach verbunden mit einem Duschwasserspeicher unterscheidet sich im Betriebsverhalten/Ernte erheblich von einem großen Solardach mit 69 m² Fläche auf einem 68 Grad geneigten Dach, verbunden mit einem großen Heizungspufferspeicher.

Auf einem Dach, das komplett oder zum größten Teil als Solardach ausgebildet ist, bleibt wegen der steilen Dachfläche und der glatten Oberfläche nur sehr selten Schnee auf dem Glas. Spätestens wenn die Sonne scheint, taut es sich innerhalb kürzester Zeit frei.

Ich möchte die Energiebilanz an einem Beispiel erörtern:

An einem Sonnentag Ende Januar kommen vom großen Solardach mit 69 m² bei 68 Grad Dachneigung auch bei 5 Grad minus mehrere Stunden je nach Uhrzeit und Einfallswinkel der Sonne 15 bis 25 KW Leistung vom Dach. Dieser „Energieschub“ wird in dem großen Pufferspeicher oben eingelagert. Damit kann das Einfamilienhaus längere Zeit beheizt (oder das Duschwasser erwärmt) werden.

Bei 4 m² Kollektorfläche zur Duschwassererwärmung kommen unter gleichen Bedingungen über mehrere Stunden, wenn überhaupt, maximal nur 0,5 bis 1,5 KW Leistung je nach Uhrzeit und Einfallswinkel vom Dach. Das liegt vor allem an dem ungünstigen Verhältnis des Volumens zur Oberfläche von kleinen Kollektorflächen; das wird durch eine Aufdachmontage noch verschlechtert. Diese Energiemenge
wird nun in dem Duschwasserspeicher eingelagert. Aus diesem Speicher heraus kann die Energie zum Heizen nicht genutzt werden.

Im Fazit also eher die Berechtigung für unterschiedliche gute Konzepte und die Berechtigung Vergleiche anzustellen. Jeder Bauherr führt vor dem Bau unzählige Vergleiche durch. Auch zum Heizsystem. Das Problem dabei ist, dass er meistens an Verkäufer gerät. Natürlich auch bei uns :o)

Timo Leukefeld
30. Januar 2010

Sonnenheizungen mit großen Solardächern haben im November und im März noch nenneswerte Erträge. Im Dezember und Januar kommt kaum eine Ernte zustande. Kleine Anlagen ernten in der Zeit wenig.

Im Gebäudebestand fehlt der Platz für Speicher, außerdem ist für einen hohen Sonnenheizanteil von über 50 % meist der Heizwärmebedarf der Häuser zu hoch. Deswegen wird dort eine normale Grundheizung mit Wärmepumpe, Öl, Gas oder Holz für den Winter gebraucht. Hier sollte die Sonnenheizung den Heizkessel weitestgehend von März bis Oktober ausschalten. In der restlichen Zeit unterstützt/entlastet sie nur bei Sonnenschein den Heizkessel.

In neuen gut gedämmten Gebäuden kann ein großer sogenannter Langzeitwärmespeicher in Verbindung mit einem großen Solardach, was den Dachbelag ersetzt, zum Einsatz kommen. Dieser ist in der Lage die geerntete Sommersonnenwärme in den Winter hinein zu speichern und damit in der sonnenarmen Zeit zu heizen.

Die Bemerkung zur Wärmepumpe unter Nutzung von Erdwärme mit Tiefenbohrungen ist richtig. Diese Systeme laufen stabil und sind wirtschaftlich, wenn Sie professionell geplant und ausgeführt sind.

Für sogenannte Luftwärmepumpen, die keine Tiefenbohrungen nutzen und der Außenluft Wärme entziehen gilt das weniger. Viele Kunden mit einer Wärmepumpe, die Ihre Arbeitszahl vermessen (Stromzähler und Wärmemengenzähler ablesen) berichten uns von den Defiziten dieses Systems. Je kälter es im Winter wird, um so schlechter wird dann die Arbeitszahl, weil der Luft dann einfach physikalisch immer weniger Energie zu entziehen ist. Deswegen haben Luftwärmepumpen meistens (und oft ohne dass es der Hausbesitzer es weiß) einen Elektroheizstab installiert. Wird es sehr kalt, wird dann direkt mit Elektroheizstab geheizt. Viele dieser Systeme haben eine sehr schlechte Arbeitszahl und einen hohen Stromverbrauch. Eine Gasbrennwerttherme wäre in diesen Fällen ökologisch und ökonomisch wesentlich günstiger.

Nun kommen viele neue Anbieter im Markt mit einem Konzept für ein besseres Image von Luftwärmepumpen auf den Gedanken, Ihre Systeme mit Solarthermie zu kombinieren. Wunder darf man dabei nicht erwarten, da hier zwei Systeme kombiniert werden, die beide im Winter starke Defizite haben und dann doch wieder den Elektroheizstab verwenden.

Jürgen
29. Januar 2010

Ich hab da mal ne Frage: Wenn von November bis März die Sonne flach liegt (5 Monate)und die Solaranlage keinen nennenswerten Ertrag bringt(Raum Dresden-Freiberg) dann bringt doch aber die Wärmepumpe trotzdem Ihre Leistung, denn Erdwärme ist doch immer da, oder?

Joachim Gröger
29. Januar 2010

Die Ergenisse dieser Untersuchung überraschen kaum, weshalb man sich immer wieder die Augen reiben muss ob der jetzt wieder für Wärmepumpen betriebenen Propaganda. Wir haben offensichtlich aus der Wärempumpeneuphorie der 80er Jahre nichts gelernt. Nun werden dem Volk unter Hinweis auf die angeblich stark verbesserten Geräte wieder Arbeitszahlen untergejubelt, die jenseits von Gut und Böse sind.

Daran ändern auch nichts Rollkolbenverdichter, Frequenzumrichter und was sonst noch als 'Stand der Technik' angepriesen wird. Um auch nur in die Nähe der angepriesenen 'Traum-COPs' zu kommen, mit denen die Kunden gelockt werden, benötigt man entweder einen direkt erdgekoppelten Verdichter oder aber eine oder mehrere 200m Erdsonden.

Mit Grundwasser laesst sich das auch machen, wenn man bereit ist, die Schluckbohrung regelmaessig 'aufzuwältigen' oder aber gleich neu zu bohren (weswegen viele Waermepumpenbetreiber der zurückliegenden WP-Ära, einschließlich des Schreibers dieser Zeilen, die Sache als zu unergiebig aufgegeben haben). Egal, wie man es macht, die Wirtschaftlichkeit bleibt in den meisten Fällen auf der Strecke. Somit gilt eindeutig: Dem höchsten Stand der Technik enstprechend isolieren und den Restwärmebedarf überwiegend mit der Sonne decken.

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