Erfahrungen & Bewertungen zu Timo Leukefeld

Erneuerbar, energisch, erschwinglich

05.05.2011 Zu Fukushima wurde bereits alles gesagt, fast alles. Denn das Schlimmste steht erst bevor: der Umstieg in eine vernunft-bestimmte, also ideologiefreie und - im wahren Sinne des Wortes - nachhaltige Energiepolitik, bei der Versorgung als auch beim Verbrauch.

Gas und Öl schaden dem Klima, Kohle ist übel und gegen die Kernkraft werden die Bürger sturmlaufen, spätestens beim nächsten GAU. Erst beim nächsten? Nimmt man die Folge Harrisburg-Tscher-nobyl-Fukushima, können wir uns die Wahrscheinlichkeit an den Fingern abzählen, wann der nächste zu befürchten ist.

Der SPIEGEL ist ja bisher nicht bekannt für Schaum ums Maul, wenn es um die Kernkraft geht. Stimmt auch nur die Hälfte dessen, was er in seiner Ausgabe Nr. 12 vom 21. März 2011 über die Sicherheit der AKWs beschreibt, gehören die Dinger abgeschaltet, nicht nächstes Jahr: sofort. Die Reportage konnte auch einem nüchternen Zeitgenossen den Schreck in die Glieder jagen [1].

Aber was dann? Ian Bryden, britischer Professor für Erneuerbare Energien (Energiequellen müsste es richtig heißen) sagt, die hundertprozentige Versorgung werde länger, viel länger dauern als die Politiker wählerwirksam verkünden. Wir empfehlen dringend, dass Sie das ausgezeichnete Interview mit Ian Bryden lesen [2].

Darin benennt er schonungslos, was realistisch sein kann und was schieres Gerede ist. "Sein kann" ist wörtlich zu nehmen, denn die Politiker laden die Bürger nicht zu einem zielführenden Dialog ein, dessen Ergebnis anschließend durchsetzbar wäre. Der Umstieg wird nicht nur viel Geld kosten, auch Opfer. Zu opfern sind die Träume, dass mit einer genialen Lösung das Problem verschwindet, ohne dass wir unser Leben ändern. Welches, nebenbei gesagt, wenig mit Verzicht auf Komfort zu tun haben muss, aber viel mit einem gemeinsinnigen Denken, und mit dem Ablegen von Ängsten: Ob wir jetzt abschalten oder in zehn Jahren: Mit dem Atommüll müssen noch viele Generationen leben. Und was den nächsten GAU betrifft, hilft nur noch Gottvertrauen (oder was als Alternative dazu taugen mag).

Nur wenige Teillösungen gibt es, die schon vorab zu jeder Gesamtlösung passen. Eine davon stellen wir heute vor. Sie setzt noch keine Festlegung voraus: Wollen wir eine eher zentrale oder eher dezentrale Energieversorgung? Zwar bevorzugen wir die dezentrale, aber das energieautarke Haus passt so oder so: privat- und gesamtwirtschaftlich. (ob)

 

[1]     "Landkarte des Schreckens", Seite 138 bis 146,        www.spiegel.de/spiegel/print/d-77531730.html[2]     Interview in brand eins Nr. 5/2011; das ist die aktuelle        Maiausgabe (erst ab Juni online lesbar bei        www.brandeins.de, Titel: "Viel heiße Luft")

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