Geschäftsbetrieb läuft weiter

06.12.2011 Soli fer in Insolvenzverwaltung: Am 2. Dezember 2010 musste die Firma Soli fer Solardach GmbH beim Amtsgericht Chemnitz Insolvenz anmelden. Eine direkte Folge der Tatsache, dass die Streichung der Fördermittel im Frühjahr buchstäblich über Nacht zu einem Auftragseinbruch von fast 50 Prozent im Einfamilienhausbereich gegenüber dem Vorjahr geführt hat.

Fatal ist auch: Beispielsweise im Energiekonzept der Bundesregierung kommt die Solarthermie, also die Wärmegewinnung über die Sonne für Heizung und Warmwasser, gar nicht vor, obwohl über 85% des Energieverbrauches in privaten Haushalten für Wärme anfallen und nur weniger als 15% für Strom, und die Wärmegewinnung über die Sonne absolut klimafreundlich ist und helfen könnte, die avisierten Klimaziele zu erreichen. Zudem wird noch immer übersehen, dass durch steigende Öl- und Gaspreise die Heizkosten in Zukunft zur immer größeren Belastung für Mieter und Eigentümer werden.

Dennoch wurde der Wärmemarkt mit erneuerbaren Energien (Solarwärme, Biomasse Wärmepumpen) bislang jährlich nur mit 300 bis 500 Millionen € gefördert (davon ca. 100 bis 150 Millionen € für die Sonnenwärme). Dem gegenüber steht in den letzten Jahren eine Umlage der Stromverbraucher für Solarstrom in Höhe von bisher 40 bis 50 Milliarden € - Ergebnis einer wirksamen Lobbypolitik.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Christoph Junker (Dresden) ernannt. Er teilt mit, dass der Geschäftsbetrieb von ihm vollumfänglich fortgeführt wird. Die Auftragslage bei der Soli fer Solardach GmbH ist inzwischen wieder gut und die Kundschaft des Unternehmens ist – wie erste Reaktionen auf die Insolvenzantragstellung gezeigt haben – sehr daran interessiert, dass die erteilten Aufträge auch erfüllt werden. Jens van Haß aus der Kanzlei des Verwalters räumt dem Unternehmen auch gute Chancen für eine Sanierung ein: "Die frühzeitige Antragstellung ermöglicht eine Fortführung des Betriebes." Es gibt keine Außenstände bei den Gehältern, sodass die Vierteljahresfrist bis zur Eröffnung des Verfahrens mit den dafür bereitstehenden Geldern des Arbeitsamtes überbrückt werden kann. Außerdem ermöglicht die wieder gestiegene Nachfrage –Aufträge in Höhe von 360.000 Euro liegen vor – eine Weiterführung des Geschäftes.

"Heute bitten wir die Kunden, ihre Aufträge trotz Insolvenzantrag bei der Firma zu belassen. Auch die Lieferanten werden gebeten, nicht auszusteigen, denn wir versichern, dass jeder Kunde pünktlich seine bestellten Anlagen erhält und alle Lieferanten bezahlt werden", so die Kanzlei des Verwalters.

Neben Anlagen für die Sonnenwärmenutzung hat Soli fer das Angebot erweitert. Jetzt kann den Kunden eine systemübergreifende und innovative Heizzentrale mit intelligenter Steuerung geliefert werden, bei der zum Beispiel Sonnenwärme mit Wärmepumpe und Erdgas kombiniert wird, so dass die Heizkosten durch den hohen Anteil kostenloser Umweltwärme sehr gering sind. Mit verschiedenen Stadtwerken und Altenpflegeheimen gibt es bereits gute Kontakte.

Van Haß kündigte zudem Gespräche mit Interessenten für eine Betriebsübernahme an. "Soli fer hat in der Branche ein Alleinstellungsmerkmal und ist deutschlandweit führend". Die Außenstände belaufen sich lediglich auf 40.000 Euro. Dennoch hat der Geschäftsführer, Timo Leukefeld, der zugleich Eigentümer der Firma ist, im Interesse der Mitarbeiter die Reißleine gezogen.

Die Chance, dass es gelingen wird, das Unternehmen am Markt zu erhalten und auf neue, gesündere „Füße“ zu stellen, bezeichnete Junker als ausgesprochen gut. Diesbezüglich sollen bereits in dieser Woche erste Gespräche mit potenziellen Partnern aufgenommen worden.

Kommentare