Kommt später, wird dafür aber teurer

25.02.2010 Vor 5 Jahren berichtete bild der Wissenschaft, mit dem Bau des Kernfusionreaktors ITER werde endlich das goldene Energiezeitalter beginnen. Die erste Zündung war für 2015 oder 2016 vorgesehen. Die Sache verzögert sich bei verdoppelten Kosten.

Seit etwa fünfzig Jahren sagen die Forscher, bis zur wirtschaftlichen Nutzung der Kernfusion benötige man noch etwa 50 Jahre. Wir wollen die Gründe nicht kleinreden. Die Kernfusion ist kein einfacher Prozess. Viele Probleme der technischen verwirklichung konnte man in der ersten Versuchen nicht vorhersehen. Daher kam es immer wieder zu Verschiebungen, mit dem Ergebnis, dass das Licht am Ende des Tunnels nicht näher rückt. Wo aber stehen wir heute?

Fast hätte man es ahnen können. Im Deutschlandfunk war in einem Interview (Verzögerte Fusion) zu hören: "Der Rat des Projektes beschloss, dass sich der Beginn der eigentlichen Fusionsexperimente auf 2026 verschiebt." Und es wird wird teurer, mindestens doppelt so teuer wie veranschlagt.

Zugegeben, nach den diversen Bankenrettungsaktionen zuckt unsereins schon nicht mehr, wenn aus fünf Milliarden zehn werden. Wir müssen unsere Wahrnehmung gewissermaßen auf Normal-Null zurückfahren und die Frage wieder aufwerfen: "Behauptet noch irgendwer, erneuerbare Energiequellen seien teuer?" Bis ITER und DEMO und wie die Konzepte alle heißen, erstes Geld einfahren, werden sie dieses verschlingen - vorgestreckt von uns Steuerzahlern. Und als solche legen wir Wert auf unschiefe Vergleiche bei den Forschungsaufwendungen: Kosten und Risiken der Kernenergie vis-á-vis denen der erneuerbaren Energiequellen.

So reizvoll die Kernfusion (im Gegensatz zur Kernspaltung) sein mag: Sie funktioniert ja bereits, in der Sonne. Wir halten die Weiterentwicklung dieser Technik nur dann für sinnvoll, wenn die Aussicht besteht, dass die Erde durch eine kosmische Katastrophe aus der Bahn geworfen und zu weit weg von diesem einzigen funktionierenden Kernfusionsreaktor im Umkreis von vier Lichtjahren geriete.

Nicht ganz fair ist die Gegenüberstellung, die wir einem Leser verdanken (aber was die Stromversorger mit uns Kunden anstellen, hat mit Fairness nichts zu tun): Der Stromkunde zahlt 12 x 2,40 € = 28.80 € im Jahr für erneuerbare Energiequellen. Die 20 Milliarden Gewinne der vier großen Stromkonzerne im Jahr 2009 entsprechen bei vierzig Millionen Stromkunden 500 € pro Kunde im Jahr. Was das mit ITER zu tun hätte? Sehr viel, meinen wir: Die Alternative ist billiger und das Risiko milliardenfach geringer, deshalb plädieren wir für den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen.

Mehr darüber in einer Broschüre zum Herunteraden: "Glaubst Du das wirklich?"

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