Erfahrungen & Bewertungen zu Timo Leukefeld

Makler, Politiker und Weihnachtsmänner

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) zeigt mit seinem Fahrplan Solarwärme: Solarthermie könnte zum Gelingen der Energiewende erheblich beitragen. Den Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik sollte man allerdings kennen.

Eine Idee, die mich schon lange begleitet: 1997 plante ich meine erste energieautarke Siedlung in Andalusien (Vedana).

Als die Makler kamen, sein solargeheiztes Haus zu besichtigen, mochte er keinem den Auftrag erteilen, denn keiner fragte: "Was ist das auf dem Dach?", "Wie funktioniert das?" oder stellte wenigstens die Gretchenfrage: "Was bringt denn das?" Die Kollektoren gehören nämlich zu einer Anlage, die immerhin 43% der Heizkosten dieses Altbaues einspart; da summieren sich vierstellige im Nu zu fünfstelligen Beträgen.

Für die Wärme gehen vier Fünftel der Energie drauf im deutschen Privathaushalt, für den Strom ein Fünftel. Jeder hat das Recht, diese Tatsache zu ignorieren, aber einem Makler stünde solches Wissen gut zu Gesicht, er wäre damit der Einzige weit und breit. Dass jedoch Politiker und Beamte bei "solar" nur an den Strom denken, könnte noch die gesamte Energiewende verhageln. Sie wächst sich zur Blamage aus, wenn die Politik zum Thema Wärme nur die Sprechblasen der Dämmstofflobby wiederholt.

Der Fahrplan des BSW, an dem Timo Leukefeld übrigens maßgeblich mitgewirkt hat, beschreibt spürbare Verbesserungen bei den Pufferspeichern (bis 2030), auch bei den Kollektoren lässt sich noch etwas herausholen. Besonders nennenswert: Modulare Konstruktionen werden die Kosten für Planung und Montage verbilligen.

    An der fallweisen Beurteilung, ob Sie investieren oder noch
    abwarten, kommen Sie als Investor nicht vorbei.
    
Unter zwei Voraussetzungen fassen die Bauherren Mut zur Solarthermie: Die Industrie macht nachvollziehbare Versprechungen, und die Regierung lässt das Gehampel um die Fördermittel. Mal mimt der Umweltminister mit frischen Mitteln den Weihnachtsmann, mal streicht sie der Finanzminister wieder. Diese Leute haben noch nie ein Unternehmen geführt: Fördermittel vergibt man so, dass ihr Ausklingen einplanbar ist, oder man lässt das Fördern sein. Alles andere ist Stümperei.

Nehmen wir an, der Trend setzt sich fort, dass die Bürger auf das eigene Auto verzichten (Teilauto, Bahnfahren usw.), dann ändert sich ihre Prioritätenlage. Schon jetzt geben die Jugendlichen ihr Geld nicht mehr fürs Auto, sondern für andere Dinge aus. Eine solarthermische Anlage kostet so viel wie ein Kleinwagen, bringt aber etwas ein, statt dauernd zu kosten. Da kippt demnächst ein Trend.

Übrigens: Makler gibt es, auch Politiker gibt es. Den Weihnachtsmann gibt es nicht; bei ihm handelt es sich um das Christkind oder um den Sankt Nikolaus (nicht um einen Coca Cola-Spediteur). Die folgenden Verweise dienen nicht nur den Immobilienmaklern:
(ob)


[1] Solarwärme kann wesentlich zur Energiewende beitragen:
www.solarwirtschaft.de/presse-mediathek/pressemeldungen/pressemeldungen-im-detail/news/solarwaerme-kann-wesentlich-zur-energiewende-beitragen.html

[2] Kurzfassung  Fahrplan Solarwärme:
www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/120854_bsw_studie_st_kurz.pdf

[3] Langfassung Fahrplan Solarwärme:
www.solarwirtschaft.de/fileadmin/media/pdf/120854_bsw_studie_st.pdf

Kommentare

Timo Leukefeld
26. September 2016

Am Einfachsten finden Sie einen guten Fachpartner über die Seite des Sonnenhaus Institutes: http://www.sonnenhaus-institut.de
Dort brauchen Sie nur Ihre PLZ einzugeben, dann werden gute Partner angezeigt. Viel Erfolg

Ingrid Münch
26. September 2016

Vielen Dank für Ihr Angebot, Herr Leukefeld. Uns ist es wichtig das warme Wasser nicht in einem Boiler bevorraten zu müssen. Wir werden in der Nähe von Bad Kreuznach bauen.

Herzliche Grüße Ingrid Münch

Timo Leukefeld
25. September 2016

Ich freue mich über Ihre tolle Sonnenernte der letzten Jahre. Das mit BUSO ist sehr bedauerlich und auch wir hoffen, dass es mit der Solarthermie weitergeht. Wo wollen Sie denn bauen? Ich kann mich gerne einmal umhören, wer dort gute Anlagen baut.

Herzlichst Ihr Timo Leukefeld

Ingrid Münch
25. September 2016

Wir sind seit Nov. 2007 Besitzer einer BUSO Anlage mit 850 Liter Pufferspeicher und 25 qm Kollektoren auf dem Dach. Ein Gasbrennwertgerät ergänzt die Anlage. Die Anlage funktioniert seitdem einwandfrei. Das Brennwertgerät ist an mindestens 20 Wochen im Jahr komplett ausgeschaltet. Unser Einfamilienhaus von 1988 mit 150 qm Wohnfläche zzgl. Kellergeschoss und herkömmlichen Heizkörpern ausgestattet, wurde bis 2015 von fünf Personen bewohnt und verbrauchte die letzten Jahre rund 18000 kW Erdgas pro Jahr. Vor dem Einbau der Anlage und dem Brennwertgerät waren es rund 30000 kW. In 2017 werden wir ein KFW 55 Haus bauen und stellten mit großem Bedauern fest, dass es die Firma BUSO wohl nicht mehr gibt. Wir sind von dem Konzept absolut überzeugt und hoffen, das wir einen Anbieter finden werden, der die Idee und das know how aufgreift und solche Anlagen weiterhin herstellt.

Sabine Eva Rädisch
18. Oktober 2012

Vielen Dank für den informativen Beitrag, der auch noch einmal aufzeigt, dass die Wärmeerzeugung bei den Erneuerbaren Energien offenbar immer noch ein Stiefmütterchendasein fristet - zumindest in den Medien und der Politik. Der Fahrplan Solarwärme räumt auf mit dem Unwissen und gibt ehrgeizige, aber auch erreichbare Ziele vor - wenn alle an einem Strang ziehen. Deshalb haben wir auf unserem Blog eine Serie zum Thema eingerichtet, der den Fahrplan in kleinen Häppchen vorstellt: http://www.ecoquent-positions.com/fahrplan-solarwarme-der-sonne-entgegen/

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