Ölpest im Golf von Mexiko

08.07.2010 Kein Thema für den Sonnenfleck ist die Ölpest nach dem Desaster der Plattform "Deepwater Horizon".

Einige Leser wundern sich, dass wir zur Verseuchung des Golfs von Mexiko außer Schweigen nichts beizutragen haben. Sei das nicht Wasser auf unsere Mühlen: Das absehbare Ende der fossilen Treibstoffe und so weiter? Das mag sein, liebe Leser, aber: "Es wird noch so weit kommen, dass die Unheilsgaffer nach gesehener Katastrophe applaudieren," mahnt der Schriftsteller Sigbert Latzel. Schadenfreude kommt uns nicht besonders produktiv vor. Da sich mittlerweile selbst der SPIEGEL die vertraute Häme verkneift, wenn es um Ökologisches geht, ist eines klar geworden: Begriffen hat es nun auch die Mitte der Gesellschaft und unseren Zeigefinger braucht sie dazu nicht. Spannender wird es bei der Tat, die dem Verstehen folgen kann: Die Ölgesellschaften (und die Behörden, die es genehmigen) lassen von riskanten Tiefseebohrungen aber nicht ab - im Gegenteil.

Das Gesetz der Wirtschaft funktioniert ja auf schlichte Weise: Würde das Öl billiger, weil die Leute weniger davon kaufen, dann würden sich diese Bohrungen nicht mehr rentieren. Dazu müssten die Leute solar statt fossil heizen und in sparsamen Autos langsamer fahren. Das tun sie umso lieber, je weniger wir ihnen auf die Nerven gehen.

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