Selbst genutzter Sonnenstrom wird besser vergütet

28.01.2010 Wer den Strom aus eigener Anlage selber verwendet, kommt künftig besser weg.

Die bisherige Förderung des selbst genutzten Solarstroms (Direktverbrauch) wird möglicherweise erhöht: Der über die Direktverbrauchsvergütung derzeit für Neuanlagen bestehende Vorteil gegenüber der Netzeinspeisung würde demzufolge um 5 Cent auf 27,76 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Ergänzen Sie das um den Betrag den Sie für die eingesparte Kilowattstunde nicht an den Stromversorger zahlen. Das Bundesumweltministerium hat noch keinen konkreten Mechanismus veröffentlicht, wird dies aber in den nächsten Tagen nachholen. Die bisherige Begrenzung des Direktverbrauchs auf Anlagen bis 30 kW soll darüber hinaus aufgehoben und der Bonus nun für Anlagen jeglicher Größe gewährt werden. Unverändert ist mit der angekündigten zusätzlichen Verringerung der Einspeisevergütung ab 1. April zu rechnen.

Kommentare

Bernd Z.
27. März 2010

Ich stehe als Planer bei der Sanierung von denkmalgeschützten MFH aktuell vor dem Problem die Bauherrschaft bei einer Errichtung einer PV-Anlage zu beraten: Pro und Kontra zu Volleinspeisung/Eigenverbrauch.
Könnte ich dazu eine Rechenbeispiel erhalten ?

Jörg H.
23. Februar 2010

Auch ich begrüße die Besserstellung des Eigenverbrauches beim Sonnenstrom. Nicht die verringerten Verluste sehe ich als Hauptvorteil, sondern den fixen Bonus für den eigengenutzten (nicht eingespeisten) Energieanteil.

Bisher konnten die großen Stromkonzerne durch Ihre Preiserhöhungen für Strom die Attraktivität der privaten PV-Anlagen schmälern, da die Vergütungen für den privat erzeugten, eingespeisten Strom je nach Zeitpunkt der Inbetriebnahme für 20 Jahre festgechrieben sind, die Preise für bezogenen Strom aber immer weiter steigen.

Beim Eigenverbrauch ist das nicht möglich - die fixe Preisdifferenz bleibt ja erhalten und gibt dem Betreiber dadurch zusätzliche Sicherheit. Ja, je höher die Konzerne die Strompreise treiben, um so besser stellt sich der Eigenverbrauch dar - hoffentlich ein Dämpfer für die gierige Strompreispolitik!

StA
12. Februar 2010

Hallo alle zusammen.

Immer wieder gern schmöker' ich auf der Seite von Solifer. Mir gefallen die kritischen und sehr verständlichen fachlichen Beiträge zur Solartechnik. Auch die rhetorischen Mittel derer sich die Autoren zu Nutze machen, zaubern mir nicht selten ein Lächeln auf die Lippen. :o)

Zumal finde ich die Einstellung vom Geschäftsführer sehr gut. Ich durfte einige Lehrveranstaltungen von ihm miterleben und war mit ihm in vielen Punkten einer Meinung.

Ich möchte hier kein Loblied auf T. L. singen, ich möchte lediglich die Arbeit von ihm und seiner Firma würdigen. Der Erfolg gibt ihm Recht...diese Überzeugung von einer guten Sache, fehlt vielen Entscheidungsträgern im Land...

Jetzt noch etwas zum Thema: Ich habe mich im Rahmen meiner Diplomarbeit mit dem Eigenverbrauch des Solarstromes beschäftigt und bin der Meinung, dass es der zukunftweisende Weg ist, den Solarstrom selbst zu nutzen.

Aufgrund der möglichen zusätzlichen Degression (durch gute Lobbyarbeit?) liegt es nun natürlich noch näher auf Eigenverbrauch umzusteigen...zumal sich der Aufwand für die Umrüstung einer einspeisenden Anlage in Grenzen hält. Möglicherweise wird die Investitionsbereitschaft in diese Technologie dadurch ja bei der Stange gehalten.

Vorteile des Eigenverbrauchs wären:

- kein verlustreicher Transport mehr
- höherer Erlös als reine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz (abhängig vom anliegenden Stromtarif - fallen werden die Preise des konventionellen Strommixes mit Sicherheit nicht mehr)
- weniger Umlage auf die "normalen" Stromkunden
- das geforderte aktive Netzmanagement wird extrem minimiert, wenn ich es bewerkstelligen kann, dass der Löwenanteil des erzeugten Stromes im Haus verbraucht wird.

Zur Zeit wird von den Wechselrichtern gefordert, dass sie Blindleistung bereitstellen können (bei der Netzeinspeisung), um sich am Netzmanagement zu beteiligen...wie sieht es hier mit der Vergütung von Blindleistung aus?

Ich kann keine Nachteile erkennen, die der Eigenverbrauch nach sich ziehen würde.

Die Frage, wie es bei großen Solarkraftwerken und Eigenverbauch (für eine kleine Stadt?) aussehen könnte, möchte ich einfach mal in den Raum stellen. Dafür bin ich als TGAler sicherlich nicht kompentent genug. :-D

Sonnige Grüße aus Dresden,
StA

Clemens Ulbricht
05. Februar 2010

Eigentlich eine gute Sache, aber wenn sich der Eigenverbrauch nur um 0,5-1kW bewegt rentiert sich die Anschaffung eines Wechselrichters kaum.

Und um von bestehenden Anlagen den Strom selbst zu nutzen bringt für das Netz auch keine Entlastung, da die starken Solarstrom-Produktionsschwankungen im Netz dadurch auch nicht verringert werden.

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